Abofallen und sonstige Kostenfallen im Internet

Verbraucher geraten im Bereich Internet und Telekommunikation leicht in Kostenfallen. Bei der häufigen Frage nach anwaltlichen Tipps komme ich zu folgender Shortlist, die jeder Verbraucher mit Internetanschluß und auch Selbständige aus meiner Sicht vorbeugend beherzigen sollten - Wie schützt Du Dich als Privater vor den häufigsten Haftungsfallen im Internet.

meine TOP 10:

1. Viren- und Schadsoftwareschutz sowie Software der genutzten Rechner im aktuell halten und bei Kindern im Haushalt für diese eigene Nutzerkonten einrichten, die das Installieren von Dialern oder Filesharing-Software wie Bittorrent, Emule, Vuze usw. verhindern

2. WLAN und Router von einem technisch hinreichend bewanderten und vertrauenswürdigen Verwandten oder professionellen Techniker einrichten lassen und nach den Empfehlungen der Hersteller des Routers vor unbefugter Nutzung nach dem Stand der Technik absichern lassen und alles protokollieren lassen zur Dokumentation für den Fall von Abmahnungen

3. Hinreichend lange und individuelle, geheime Passwörter benutzen und die Passwortliste ebenfalls vor dem Zugriff Dritter hinreichend geschützt lagern oder verschlüsselt und passwortgeschützt speichern bzw. archivieren

4. Push-Service für die Logfiles der jeweils täglich vom Provider zugeteilten IP-Adressen über den Router aktivieren und e-mails dazu archivieren (Beweissicherung)

5. Lizenzen für die Nutzung von allen Texten, Bildern, Fotos, Software, Videos, Computerspielen, Filmen und Musik zentral in einem elektronischen Ordner speichern und archivieren (bzw. bei eigenen Werken Beweissicherung der eigenen erstmaligen Erstellung sicherstellen) - große Unternehmen nennen das Software bzw. Hardware Asset Management aber auch kleine Unternehmen müssen zur Vermeidung existenzgefährdender Haftungsfallen zumindest einen Ordner mit den Dokumenten haben und die Belege (insbesondere auch Zahlungsbelege) vorlegen können, die die Zustimmung der Rechteinhaber nachweist, denn Urheberstreitigkeiten bzw. Verletzungen gewerblicher Schutzrechte sind besonders teuer!

6. Bei Besuch von Freunden oder Bekannten, diesen nicht erlauben, eigene Laptops oder USBs anzuschließen, sondern nur den Zugang zu einem Gastaccount gewähren. Fremde USBs nur an private Rechner anschließen, die immer offline sind und die keine privaten Daten enthalten.

7. Private Informationen nicht über e-mail oder sogar soziale Netzwerke kommunizieren

8. Soziale Netzwerke nur für berufliche Kontakte benutzen oder im privaten Bereich nur mit engen vertrauenswürdigen Freunden, die persönlich bekannt sind, Informationen austauschen. Dabei am besten nicht den richtigen Namen und kein eigenes Foto nutzen und auch kein Foto und keine Grafik eines Dritten ohne dessen Zustimmung, sondern selbst geschaffene Grafik oder selbst gemachtes Foto

9. Negative Äußerungen in Internetforen nur machen, wenn dafür ein guter Grund besteht und dieser sachlich begründet ist,

ferner nur wenn die Tatsachen nachweisbar wahr sind und die Meinung darauf gegründet gut vertretbar ist und hierbei gerade auch bedenken, daß Arbeitgeber, Nachbarn und sonstige Dritte ggfs. noch Jahre später dies im Internet auffinden können, auch wenn es von der eigenen Webseite schon lange gelöscht oder geändert wurde bzw. Veröffentlichungen im Netz vielfach sehr schnell weiterverbreitet werden können

10. Google Alerts und Tweetalarms aktivieren mit dem eigenen Namen oder Spitznamen bzw. Pseudonym und Strafanzeige umgehend erstatten, wenn Dritte dich in strafrechtlich relevanter Weise ernsthaft mobben und Schule/Arbeitgeber benachrichtigen

 

Einfache Tipps sind bei Mahnungen von Abofallen und Abmahnungen leider nicht möglich. Hier kann nur im Einzelfall nach Prüfung entschieden werden, was am besten zu tun ist (ggfs. bei Abofallen einfach nur Beweissicherung ohne Antwort, bei Abmahnungen d.h. Aufforderungen zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung hingegen bzw. Auskunft wegen Verletzung von Schutzrechten muß hingegen immer nach Prüfung rechtzeitig geantwortet werden!)

Abofallen im Internet sind verbreitet, weil die Betreiber nicht hinreichend klar über die Kostenpflicht informieren, die User irreführen, trickreich betrügen und hierbei in manchen Fällen vor Gericht sogar noch Erfolg haben. Sofern Ihnen in Ihrem Fall die Verbraucherzentralen nicht weiterhelfen können, nehmen Sie das Know How einer qualifizierten engagierten Verbraucherschützerin in Anspruch und kontaktieren Sie mich.